Von der Lederhose zu Trachtenamazonen

Anzeige

Susanne Stelzl schlüpfte 2012 kurz vor der Wiesn in ihr Dirndl und gefiel sich im Spiegel plötzlich gar nicht mehr: „Ich bin 1,58m,  trage Größe 42 und bin keine 20 mehr! Kurz: ich fühlte mich wie a Matrone im Dirndl. Aber ohne Tracht auf die Wiesn – ein no go für mich!“

Weil ihr die bestickten Lederhosen immer schon ganz besonders gut gefielen, machte sie kurzerhand aus der Not eine Tugend.

Wie aus einer Lederhose Trachtenamazonen wurde

Susanne Stelzl Trachtenamazonen

Susanne Stelzl von Trachtenamazonen

„Aus einer Jeans hab ich mir ja auch schon mal einen Rock genäht. Warum nicht aus einer Lederhose? So bat ich meine Freundin, Wenke – Modedesignerin – mir aus einer Lederhose einen Rock zu nähen. Gesagt, getan! Mein neues Lieblingsbekleidungsstück war geboren“, erzählt die am Tegernsee aufgewachsene Designerin.

Mit ihrem neuen Trachtenrock, den sie am liebsten mit Sandalen oder Flip Flops und Bluse trägt, ging sie dann zum Baden an den See: „Fremde Leute haben mich auf meinen Rock angesprochen: ‚Die schönen Stickereien. Was für eine tolle Idee. Trachtig und doch lässig.‘ Lauter Komplimente! Hammer, dachte ich. So blöd ist die Idee gar nicht. Also fing ich mit dem ganzen Programm an. Ledernähmaschine kaufen. Namen schützen, Homepage und so weiter. Hobbymäßig wollte ich es machen. Nebenbei zu meinem Friseurgeschäft in München …“

Dass das nicht so nebenbei bleiben würde, war Susanne Stelzl spätestens dann klar, als eine Kundin fragte, wo sie mit ihren Röcken hin wolle. Zufällig kannte diese Kundin die Haupteinkäuferin der Damentrachten von Lodenfrey. Und so ging es Schlag auf Schlag: Der erste Trachtenrock „Margarete“ wurde eigens für Lodenfrey entworfen.

Kurz danach entstand die Classic Line mit den Modellen Therese, Rosi, Margarete, Babett und Leni, die allesamt aus neuen Lederhosen geschneidert wurden. Die Namen stammen übrigens alle aus der Familie der Designerin: „Therese war meine geliebte Uroma und Margarete meine Tante, die am Tegernsee lebte.“

Trachtenamazonen sind modern und selbstbewußt

Margarete Winter-im_TrendDie Frau von Heute ist mutig, modern und selbstbewusst – einerseits lässig und andererseits feminin.

Darum entstand neben der Classic Linie eine zweite Kollektion, die Couture Line. Dafür werden aus besonders feinem Leder von einem Trachtenhersteller in Franken nach eigenen Schnitten die Modelle der Couture Line angefertigt: „Ich bin noch immer ganz stolz, wenn ein Trachtenrock verkauft wird. Ich sehe sofort nach, wohin der Trachtenrock verschickt wird und stelle mir dann vor, dass eine glückliche Kundin mit unserem Rock dort rumläuft. Unglaublich! Die Vorstellung, dass andere Frauen meine Idee gut finden. Das macht mich total glücklich.“

Der Schnitt entsteht zusammen der Trachtenschneiderin Carola Weber und die Stickmuster entwirft die Stickexpertin Barbara Hildebrand.

Der Erfolg gibt der Trachtenamazone Susanne recht! Mittlerweile hat sie eine große Fangemeinde, die ihre Röcke liebt: „Unsere Röcke sind grundsätzlich länger geschnitten und kleiden die schicke Frau. Ob jung oder alt. Die Tellernaht am Po formt diesen optisch sehr schön . Die Bestickungen sind sehr fein gearbeitet.“

Besonders viel Wert legt die Designerin auf die Qualität ihrer Stücke und auf chromfreie Farben. Darum gibt es die Röcke lediglich in Naturfarben.

Margarete Herbst-winterDie geschmackvollen Röcke kann man stylen, wie man möchte: ob elegant, lässig, ob Sommer oder Winter, trachtig oder boho – einfach zu jedem Stil passend!

„Am Anfang haben wir uns mit Blusen, Gürtel und Schmuck, Taschen verzettelt. Ich kam vom Hölzchen aufs Stöckchen. So viele Ideen hatte ich, dass ich gar nicht mehr abschalten konnte. Wir haben uns aber dann auf die Röcke konzentriert und bald kommt ein cooles Jeansmodell“, verrät die Bayerin.

Trachtenamazonen und die Tracht

„Ich bin Urbayerin vom Tegernsee. Traditionen sind in der heutigen Zeit wichtiger denn je. Tradition verbindet, sie gibt Zusammenhalt, bietet gemeinsame Interessen und Unternehmungen, Tracht ist Ausdruck von Zugehörigkeit. Wurzeln zu haben. Woher komme ich. Identifikation. Sprache. Dialekt. Der bayerische Dialekt ist einer der schönsten weltweit“, schmunzelt Susanne Stelzl.

In Bayern bekommt man auch recht früh das erste Dirndl: „Mit drei hatte ich ein süßes Minidirndl und geflochtene Haare. Aber nachdem ich ein sehr wildes Mädchen war, war das nicht mein Lieblingskleidungsstück. Mit fünf habe ich von meiner Uroma meine erste Lederhose bekommen. Knallrot mit Herzal-Taschen aufgenäht und weiß bestickt. Diese Hose habe ich nicht nur am Tegernsee, sondern auch in der Schule in München getragen. Bis ich rausgewachsen war. Das war meine Lieblingstracht!“

Tipps von den Trachtenamazonen

Tegernsee mit Stuhl_bearbeitet-1„Das Schwierigste für mich bei der Tracht sind die Schuhe! Letztendlich gibt es für Frauen ja nur eine Form des Schuhes, mit Spange in Schwarz. Das kommt natürlich daher, dass es, als die Tracht entstand, nur schwarzes Leder gab und der Leisten nur eine Form hatte.

Nachdem ich ein Perfektionist bin, konnte ich meine Trachtenröcke natürlich nicht mit einem einfachen schwarzen Trachtenschuh tragen. Das sieht mit einem hellen Rock nicht schön aus. Also habe ich mich auf die Suche gemacht und habe nach einem Schuster gesucht, der handgemachte Schuhe macht. Bei Hiegl in München wurde ich dann fündig! Hier habe ich mir einen Schuh machen lassen, passend zum hellen Leder meines Rockes und mit traditionellem Absatz. Einfach umwerfend und bezahlbar!

Und in Gmund gibt es Karl Stecher, der die Kunst des Federkielstechens beherrscht. Er macht wunderschöne Gürtel und Taschen. Man wartet zwar rund zwei Jahre, aber das ist es wert!“, verrät Susanne Stelzl

So geht für sie auch der Trend zurück zum Waschdirndl, dem Zweiteiler, dem handgestrickten Janker: „Die Zeit mit den Glitzer und Faschingsdirndl ist vorbei, ebenso die Zeit der Masse. Handarbeit wird wieder geschätzt und langlebige Kleidungsstücke bevorzugt.“

Du hast eine Idee, fang an damit, verfolge sie. Nur was man anfängt, kann wachsen. Eine Idee nur zu denken, wird nie was.

Die Bayerin kommt aus einer konservativen Familie: „Als Mädchen wird man da zwangsläufig ehrgeizig. Unabhängigkeit kann man nur erreichen, wenn man finanziell frei ist. Unternehmerisch gesehen ist mein Vorbild tatsächlich Beate Uhse!

Sie hat sich was in den Kopf gesetzt und durchgezogen, gegen alle Widerstände und „gute Ratschläge“ von anderen. Und schau, was aus ihrem Unternehmen geworden ist. Das soll nicht heißen, dass ich mit meinen Röcken so ein Imperium aufbauen kann. Sex braucht die ganze Welt, aber Trachtenröcke?“, schmunzelt die Designerin, „aber es soll heißen: Du hast eine Idee, fang an damit, verfolge sie. Nur was man anfängt, kann wachsen. Eine Idee nur zu denken, wird nie was.“

>>>Hier geht es zur aktuellen Kollektion der Trachtenamazonen

Tolle Trachtenröcke aus Leder gibt es bei Trachtenamazonen!

2 Kommentare
  1. Maureen B Bates

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*

*

18 − fünf =

Google Blogheim.at Logo
X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -