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Törgellen & Martiniloben

Törggelen – der Brauch, der das Angenehme mit dem Nützlichen verbindet

Woher diese alte Tradition wirklich stammt, ist nicht so richtig bekannt. Eigentlich geht der Begriff „Törggelen“ auf das Lateinische zurück, denn dort bedeutet er so viel wie „pressen“ und wird mit „torquere“ genauestens definiert. Dieser Name stammt wiederum von „Torrgl“ ab, ein Begriff, der den Raum bezeichnet, in dem früher die Weinpresse stand.

Drei Theorien zur Herkunft von Törggelen mit einem schmackhaften Ergebnis

So geht man heute davon aus, dass das Törggelen seinen eigentlichen Ursprung im Südtiroler Eisacktal hat. Denn dort trafen sich die Händler und Weinbauern oft und verkosteten den Neu-Wein.

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, so könnte dieses Procedere auch lapidar umschrieben werden – oder?

Aber, viele Wege führen ja bekanntlich nach Rom, und so gibt es auch für das Törggelen eine ganze andere, zweite Theorie. Eine nämlich, die behauptet, dass Törggelen der Abschluss eines Tauschhandels zwischen den Vieh- und den Weinbauern sei.

Die Viehbauern waren es nämlich, die sich um das Vieh der Weinbauern kümmerten und als kleines Dankeschön wurden sie jährlich eingeladen, den neuen Wein zu probieren.

Und die dritte Behauptung besagt, dass das Törggele-Menü als Dank für all die fleißigen Erntehelfer bereitet worden sei. Egal, wie auch immer und wo die schöne Tradition ursprünglich herkommt, jedes Jahr im Herbst gibt es einen guten Grund, dieses traditionelle Fest zu feiern…

Törggelen heute – Speis und Trank in der Buschenschank

Heute wird das traditionelle Törggelen meist in einer Buschenschank gefeiert.

Wem dieser Begriff nicht ganz geläufig ist, hier eine kleine Definition: Bereits das Mittelalter kannte eine Art Gastlokal, in denen Speis & Trank angeboten wurden. Da diese Schankstuben nicht ganzjährig geöffnet hatten, aber trotzdem Gäste angelockt werden sollten, hängten die Bauern Wacholdersträuße, sogenannte „Buschen“, an ihre Tür.

Damit zeigten sie an, dass Gäste hier willkommen und eine Weinverkostung möglich war.

Meistens beginnt der kulinarische Genuss mit einer Gersten-, Gulasch- oder Gemüsesuppe, die dann von Rindsuppe, Speck- und Käseplatte, hausgemachten Schlutzkrapfen, Käsespätzle oder einem Knödel-Tris ergänzt werden.

Aber das Hauptgericht lässt nicht lange auf sich warten, denn dann wird meistens eine traditionelle Schlachtplatte mit verschiedenen Fleischsorten, Rippchen, Surfleisch und Selchbraten verspeist, zu der Sauerkraut, Kartoffeln und Brot gereicht werden.

Den Törggelen-Abend versüßen dann noch süße Krapfen mit Marmelade-, Mohn- oder Kastanienfüllung, Apfelküchle, Apfelstrudel mit Vanillesauce oder Kaiserschmarrn bis, ja bis, die eigentlichen Stars des Abends aufgetischt werden – die gerösteten Maroni.

Aber damit noch nicht genug, begleitend zum Menü gibt es noch Siaßer (Traubenmost), Nuier (der junge Wein) oder Apfelsaft zu genießen. Ist das kein Grund, einmal dem Törggelen-Brauch beizuwohnen?

Sie möchten in dieses Schlaraffenland? Dann nehmen sie doch einfach den Zug, Auto oder Flieger, um die bekanntesten Törggelen-Regionen kennenzulernen. Machen Sie Station im Eisacktal, dem Herzen Südtirols, im Meraner Land, eines der vielfältigsten Ferienziele in Südtirol, im Tauferer Ahrntal, dem nördlichsten Seitental Südtirols, im Süden Südtirols rund um die Landeshauptstadt Bozen, in den Dolomiten und in der Ferienregion Vinschgau im Westen Südtirols Station.

Martiniloben im Burgenland

Im Burgenland gibt es im Herbst ein ähnliches Fest. Zwar ohne Maroni, aber natürlich mit Wein!

Rund um den Neusiedler See stehen die Tage um den 11. November ganz im Zeichen des jungen Weines. Am Festtag des Hl. Martin, dem Landespatron des Burgenlandes, wird beim Martiniloben der Heurige, also der junge Wein, zum Verkosten freigegeben.

Weinbauern öffnen ihre Keller und laden zu Weinsegnung, Verkostung und kulinarischen Schmankerln.

Das Fest wird schon lange von Winzern zelebriert. Bis zum 11. November dauerte die Reifezeit des jungen Weißweines, der früher in Holzfässern gelagert wurde. Erst dann gingen die Bauern in die Keller, um den jungen Rebensaft zu prüfen und seine Qualität festzustellen.

Der zeitliche Höhepunkt liegt natürlich daher um den 11. November, dem Martinitag. Zu diesem Feiertag des Landespatrons kommt traditionellerweise auch ein Gansl auf den Tisch. An diesem Tag wird auch der Wein der letzten Lese getauft und damit zum „Heurigen“ – ein Anlass für Weinfeste in allen Regionen des Burgenlandes, besonders aber in den Weinorten rund um den Neusiedler See.

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