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Schadet Brauchtum der Trachtenhochzeit?

Eine Hochzeit, die ist lustig – eine Hochzeit, die ist schön!
…das sollte sie zumindest sein, oder? Was ist aber, wenn Brauchtum eventuell zur nicht endenden Qual wird? Dann heißt es ganz einfach: Ruhe bewahren und vielleicht nach Alternativen Ausschau halten!

„Die wollen doch nur spielen!“ – dieser Satz verheißt in der Regel nur Gutes. Denn es gibt sie, die Hochzeitsgäste, die mit allzu viel Kreativität auf dem besten Wege sind, dem Hochzeitspaar ihr einzigartiges Fest zu verderben. Was haben sie da nicht alles im Repertoire? Und so manches Mal nimmt das Brauchtum, so schön wie es auch immer ist, ein wenig überhand. Aber muss das wirklich alles sein?

Schadet Brauchtum der Trachtenhochzeit?

Sätze wie „Das gehört bei einer Hochzeit einfach dazu!“ machen die Runde, und das künftige Brautpaar kommt schon im Vorwege des großen Ereignisses mächtig ins Schwitzen. Ja, manchmal bricht regelrechte Panik bei dem Gedanken aus, was alles auf die Zwei zukommen könnte.

Häufig äußern die Brautpaare schon in der Einladung die Bitte, Aktionen & Spiele im Rahmen des Hochzeitsfestes doch bitte mit den Trauzeugen abzusprechen.

Blumenstreuen beim Auszug

Vorbeugemaßnahmen bewähren sich besonders dann, wenn der Gästekreis nicht nur Kreative umfasst, sondern auch das Traditionsbewusstsein großgeschrieben wird. Und liebe Brautpaare, warum sagen Sie es Ihren Gästen nicht einfach, wenn sie auf Traditionen, wie das Strumpfbandausziehen und -werfen, verzichten möchten? Nur bitte: Sagen sie es frühzeitig!

Sicher, vieles gehört zu einer traditionellen Hochzeit einfach dazu, das Problem ist aber, jeder, auch jener, der es noch so gut meint, hat etwas anderes im Fokus. Was bei der eigenen Hochzeit aber unbedingt dazugehört, muss jedes Brautpaar selbst entscheiden.

Nicht nur die Hochzeitsvorbereitungen nehmen das Brautpaar ordentlich in Anspruch, nein, auch bei der Feier gibt es einiges zu tun. Und das zumindest auch dann, wenn sie nur einen Bruchteil der gängigen Bräuche erleben möchten: Was gibt es da nicht alles zu bedenken? Angefangen beim Baumstamm zersägen, über die Eröffnungstänze bis hin zum Hochzeitstorte anschneiden und Spiele überstehen – eine Vielzahl von Ritualen gilt es zu erledigen. Und fast hätten wir eines der wichtigsten einfach vergessen – schließlich muss doch auch noch der Brautstrauß geworfen werden!

Oh je, ganz bunt wird es, wenn, irgendwo dazwischen, der verzweifelte Bräutigam auch noch seine entführte Braut suchen muss. Spätestens dann fragt man sich vielleicht: Muss das wirklich alles sein?

Weniger ist mehr bei den Bräuchen rund um die Hochzeit

Es soll ja auch Brautpaare geben, die nicht die große Lust auf ein umfangreiches Rahmenprogramm verspüren. Dann aber wegen der Verwandten und Freunde gute Miene zum (bösen?) Spiel machen, weil jene den einen oder anderen Brauch erwarten.

Hochzeitsplaner sind in diesem Zusammenhang höchst willkommen, denn sie glätten vielleicht auch ein wenig die Wogen und überzeugen mit dem nötigen Feingefühl.

Wie wäre es, wenn Sie sich auf die schönsten Bräuche konzentrieren, die bei einer Hochzeit bekannt sind?

Denn überall geht es um die persönliche Note.
So manchem mag es vielleicht altbacken erscheinen, wenn der Brautvater seine geliebte Tochter an den künftigen Ehemann übergibt. Andere wiederum empfinden genau dieses Ritual als besonders schön. Als Alternative ist, wenn das Brautpaar gemeinsam zum Altar schreitet.

Die individuelle Note lässt sich nicht nur bei der Trauungszeremonie, sondern auch bei Spielen und Hochzeitsbräuchen einbringen. Die Hochzeitsspiele sollen ja in der Regel etwas symbolisieren. So geht es beim legendären Zersägen von Baumstämmen um eheliche Teamarbeit – und diese lässt sich ganz sicher auch auf andere Art & Weise unter Beweis stellen.

Wer auf allzu viel Brauchtum und Spiele gänzlich verzichten möchte, ist noch längst kein Spielverderber. Auch dieses Anliegen sollte das Brautpaar, selbst entgegen der Meinung seiner Gäste, durchsetzen. Denn immerhin ist es der Tag des Brautpaares und nicht der der Gäste!

Mit Fingerspitzengefühl lassen sich auch brenzlige Situation gut umschiffen. Wichtig dabei ist nur, dies bereits im Vorfeld des Hochzeitsfestes klar und deutlich zu kommunizieren. Gäste, die etwas zum Gelingen beitragen möchten, dürfen das gerne, aber in dem Rahmen, den das Brautpaar steckt!

Eine Hochzeit im Sinne von Brauchtum & Tradition ist etwas sehr Schönes, das noch lange Bestand haben sollte. Doch auch hier gilt: Weniger ist oft mehr! Damit schönes Brauchtum nicht zur langen Qual wird.

Bild: Andreas Scheiblecker – Hochzeit im weißen Kleid

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