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Salzburger Dirndlstich

Katharina Eigner zeigt keinerlei Skrupel, wenn sie eine mörderische Schwester genannt wird – warum auch?

Ganz im Gegenteil, sie ist sogar stolz darauf, so einem illustren Kreis anzugehören, der die deutschsprachigen Krimi-Autorinnen outet, die sich dem Verbrechen mit Haut & Haar verschrieben haben. Diese Vereinigung feiert heuer 25. Geburtstag – ein Grund, den Sammelband „Tour de Mord“ zu veröffentlichen, für den Katharina „Stirb, wenn du kannst“ schrieb, einen Kurzkrimi.

Nichts Menschliches ist ihr demnach fremd, sie stochert so lange in Wunden, bis es weh tut – wie bitte? Auch das Morden sieht sie genauso gelassen wie den Tod, der ihr auf Schritt und Tritt folgt. Halt – bevor jetzt die Handschellen klicken, lösen wir lieber auf.

Keine Angst, Katharina Eigner ist aufgrund ihrer zahlreichen Verfehlungen nicht schnurstracks in eine Zelle gewandert. Stattdessen wurde sie mit Lob schon fast „geadelt“. „So geht Krimi aus weiblicher Feder!“, wurde ihr vonseiten der renommierten Schriftstellerin Hera Lind bereits bescheinigt – was will man also mehr?

Salzburger Dirndlstich – Mord in der Modeschule

Mord & Totschlag gab es schon im ersten Krimi ihrer Schriftsteller-Karriere. Die Autorin Katharina Eigner ging darin auf spannende Mörderjagd in Fürstenbrunn und machte auch nicht Halt vor wilder Jagd und dem Kranzlstechen.

Der Krimi „Salzburger Rippenstich“ trug Früchte. Denn schon folgte mit dem „Salzburger Dirndlstich“ der Nachfolge-Krimi für den „Rippenstich“ und damit der neueste Krimi-Streich!

Hier rückt Nachhaltigkeit am Laufsteg in den Fokus der Ermittlungen – und wie in jedem guten Krimi überschlagen sich schon bald die Ereignisse.

Eine Modeschule, der perfekte Ort für ein Verbrechen?

Nun, für Katharina Eigner ist er das!

Hier sind die Intrigen zu finden, welche schwarzen Humor von seiner dunkelsten Seite zeigen – und Arzthelferin Rosmarie Dorn befindet sich mal wieder auf der richtigen Spur.

Sie fiebert mit, wenn ihre Tochter Susi ihren Dirndl-Entwurf in der Modeschule Hallein zeigt. Aber wie so oft, kommt es anders, als gedacht – eine Leiche durchkreuzt den Plan. Dumm nur, dass Susi ihrer Konkurrentin kurz zuvor noch den Tod gewünscht hat!?!

Sie hat also ein großes Problem, das noch gewaltiger wird, als sich herausstellt, dass auch das wertvolle „Ur-Dirndl“, ein sensationeller Fund aus dem 17. Jahrhundert, verschwunden ist – und die Polizei ihr schon sprichwörtlich auf den Fersen ist.

Nun, die Arzthelferin Rosmarie Dorn wird schon eine Lösung finden, oder? Erst recht, weil sie mit dem Herzstück der österreichischen Tracht nicht so einfach entfliehen kann.

Wendepunkte sind oft das Thema der Autorin Katharina Eigner. Denn nach eigenen Angaben „muss sie die Figuren leiden lassen“. Sie ist auch der Meinung, „dass Scheitern wichtig ist, wie im Ganzen und richtigen Leben“ – wie recht sie doch hat, oder?

Auch Katharina, Jahrgang 1979, hat sie schon erlebt, die Wendepunkte im Leben. Ihr Flirt mit zwei Semestern Publizistik und Kunstgeschichte an der Uni Wien endete damit, dass sie der Großstadt den Rücken kehrte und fortan auf kaufmännischen Pfaden wandelte – indem sie in einem der letzten lederverarbeitenden Betriebe Österreichs Trachtentaschen entwarf und fertigte.

Das Handwerk legt die Autorin auch beim Schreiben nicht ab, hat sie doch auch den Stick am Titelbild des Buchs selbst angefertigt!

Realität oder kriminalistische Vision?

Trachtentaschen, die vielleicht auch auf ihren großen Auftritt in der Modeschule Hallein warteten? Wer weiß!

Hinterfragt man bei der Autorin, warum gerade die Modeschule Hallein als Schauplatz des Verbrechens gewählt wurde – bekommt man eine pragmatische Antwort:

Weil hier Kreativität und Handwerk verschmilzt. Und natürlich ist eine Modeschule in Hallein, die eine interessante Geschichte aufzuweisen hat, wie geschaffen dafür, das Thema „Dirndl“ in den Fokus zu rücken.

Rosmarie Dorn – die Hauptfigur & das Dirndl

Auch die sehr sinnliche Hauptfigur Rosmarie Dorn würde sich diesem Statement anschließen – trägt sie doch Dirndl mit Ausschnitt, die nicht hochgeschlossen sind, am liebsten. Vor allem, wenn sie gerade mal wieder dem Tal der Stimmungsschwankungen entronnen ist.

Rosmarie ist durch und durch positiv gestimmt und tendiert mehr zu Knallfarben statt zu gedeckten Tönen. So wären Rot, Pink und Orange bestimmt ihre Favoriten. Die Farbauswahl wird auch bestimmt durch ihre Herkunft, denn sie ist ein Findelkind. So pusht sie durch kräftige Farben ihr Selbstwertgefühl auf, um ihre Eltern optisch nicht zu enttäuschen – falls sie diese mal irgendwann trifft. Perfekt gestylt fühlt sie sich einfach sicherer.

Die Autorin & das Dirndl

Auch Katharina Eigners Liebe zu Dirndl & Trachten hat familiäre Wurzeln, die ihren Schwiegereltern zu verdanken sind.

Diese haben vor ca. fünfzig Jahren damit begonnen, Trachtentaschen und Gürtel zu produzieren – und als Eigner-Trachtentaschen einen Weg rund um die Welt genommen. Katharina kommt noch heute ins Schwärmen, wenn sie an das Entwerfen der Modelle und die zahlreichen Messen denkt, auf denen sie diese präsentiert hat.

Ihre große Liebe zum Dirndl kommt also nicht von ungefähr und noch heute betrachtet sie diese einzigartige Szene als „Miniversum“!

Für unsere Krimi-Autorin ist Tracht ein Teil unserer Kultur und immer – egal wie, mit Mode verwoben und unverzichtbar. Befragt man sie danach, was ihr persönlich bei Tracht wichtig ist, kommt sie ins Philosophieren.

„Tracht ist ja nicht gleich Dirndl“ – so ihre Meinung. Sie selber mag es in puncto Dirndl unkompliziert, achtet und akzeptiert aber, dass manche Trachten – die Bregenzerwälder Juppe als Beispiel – strengen Regeln unterliegen, sodass ein „schnell, schnell“ schon mal passé ist.

Für Katharina Eigner gilt: Dirndl an, Schürze dazu – und fertig! In diesem Zusammenhang lässt sie aber nicht unerwähnt, dass sie auf Qualität steht, Nachhaltigkeit lebt und am liebsten Baumwolle & Leinen trägt.

Für die Autorin ist Tracht ein gelebtes Handwerk! Sie findet es auch bereichernd, mal eine Schürze oder ein Dirndl selber zu nähen, denn dies verändert den Blickwinkel erheblich. Sicher, es ist zeitaufwändig, aber durchaus lehrreich und lustig. Trotz einiger selbstgenähter Dirndl im Schrank, gehören Jeans, T-Shirts mit Modeldrucken, Walkjanker in kräftigen Farben und Sneakers zu ihrer Sicht auf die Dinge…

Trachtentipps der Krimi-Autorin

Unsere Designerin – pardon Krimi-Autorin – steht auf Nachhaltigkeit und so ist auch ihre Zukunftsversion davon geprägt. Hochwertige Trachtenteile kann man getrost weitergeben und problemlos ändern. Sie ist positiv davon überrascht, dass dieses Bewusstsein endlich „ankommt“, aber findet, dass da „noch mehr geht“! – denn sie würde sich wünschen, dass man für ein umgearbeitetes Flohmarkt-Dirndl kein Naserümpfen, sondern Anerkennung erntet.

Trachtenneulingen wünscht Katharina Eigner mehr Mut zur Farbe und zum Mustermix in guter Qualität. Lieber ein hochwertiges Dirndl im Kleiderschrank als drei Wegwerf-Teile vom Discounter – so ihre Devise!

Eine Menge Spaß für wenig Geld ist garantiert, wenn Stoffe mit Modeln bedruckt werden und eine neue Dirndl-Schürze per Nähmaschine das Licht der Welt erblickt. Katharina Eigner hat sowieso eine Menge toller Ratschläge auf Lager.

So rät sie notorischen Trachtenverweigerern, darauf zu warten, dass das Trachtenfieber doch noch infiziert – und in Österreich kann das ganz schnell passieren!

Mit beiden Beinen fest im Leben stehend, kommunikativ, kreativ und vielleicht auch ein ganz kleines bissel „mordlüstern“ gibt Katharina Eigner ihre Tipps zum Tragen des Dirndls auf moderne Art:

Ganz einfach: Sneakers, eine Schürze aus Leo-Stoff oder im Ikat-Muster, eine taillierte Lederjacke, Hingucker-Ohrringe, und natürlich darf die passende Tasche auch nicht fehlen – fertig!

Vielleicht geht Rosmarie Dorn im nächsten Teil ja wirklich in diesem Outfit auf Verbrecherjagd?

Wir freuen uns darauf!

Und wer am Ball bleiben möchte, folgt Katharina Eigner am besten auf Instagram.

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