Rosegger-Janker

Wer den Namen „Rosegger-Janker“ hört, denkt unwillkürlich an die schöne Steiermark, denn hier ist er praktisch zuhause, der Janker mit dem Charme längst vergangener Zeiten!

Der Rosegger-Janker – Gelebte Tradition!

Egal, in welchen Farbvariationen er uns auch begegnet, der Rosegger-Janker verbindet Stil mit Tradition.  Ähnlich dem Pepita, begegnet uns hier eine Trachtenjacke aus der Steiermark, die vorwiegend aus einem schwarz-grün karierten Lodenstoff gefertigt wird.Rosegger Janker Detail

Sie hat gerade im österreichischen Alpenraum große Verbreitung gefunden und zählt nach wie vor zu den beliebtesten Jankern der traditionellen Modeszene. Wo kommt er her, der Hype, der diesen Janker zum alpenländischen Mode-Liebling werden lässt?

Rosegger Janker DamenDie Geschichte, die hinter diesem Kleidungsstück steckt, ist eng verbunden mit dem Schriftsteller Peter Rosegger. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er vor allem durch seine sozialkritischen Geschichten und Erzählungen aus der Lebenswelt der steirischen Bergbauern bekannt. 1913 und 1918 sogar für den Literatur-Nobelpreis vorgeschlagen, stieg sein Bekanntheitsgrad gerade im ganzen deutschsprachigen Raum so rasant an, dass sich viele der damaligen Honoratioren um ihn bemühten.

Einer, der Textilfabrikant Kawann, benannte seinen schwarz-grün karierten Loden, natürlich mit der Einwilligung des Dichters, Rosegger Loden. Eine Entscheidung, die positive Folgen für die Modewelt hatte, denn der bekannte und beliebte Rosegger-Janker wird bis heute aus diesem Material angefertigt.

Überhaupt waren karierte Lodenstoffe in der engeren ober- bzw. oststeirischen Heimat des Dichters seit einigen Jahrhunderten überliefert. Aber wer hatte mit einer derart modischen Renaissance dieser Stoffe in den 1930-er-Jahren gerechnet? Bis dahin fanden sie vor allem Verwendung für die Arbeitsjanker der Bauern und Knechte. Ab diesem Zeitpunkt wendete sich das Blatt und der Loden-Stoff fand im Rahmen der Trachtenerneuerung auch eine sehr große Verbreitung in nicht-bäuerlichen Kreisen.

Der Rosegger-Janker – die Details

Rosegger JankerDer Rosegger Janker ist in der Länge ein wenig kürzer als ein Sakko. So ist er besonders fesch, wenn er zur Lederhose getragen wird. Er hat Brustausschläge und einen Kragen, der aus demselben Material gefertigt wird.

Geschlossen wird der Rosegger-Janker mit drei dekorativen Hirschhorn-Knöpfen. Er verdankt es seiner ursprünglichen Rolle als Arbeitskleidung, dass er in seiner Gestaltung betont schlicht gehalten ist. So gibt es auch auf keine großen Verzierungen. Damit steht er im krassen Gegensatz zu einigen Formen des Steireranzuges.

Seine Farbgebung ist heute etwas individueller als zu früheren Zeiten. Denn neben dem klassischen schwarz-grünen Loden sieht man ihn auch immer öfter in Rot-Schwarz und Grün-Braun. Und die Ausnahmen? Die gibt es natürlich auch, denn in Salzburg und Oberösterreich wird ein sehr ähnlicher Janker aus dem Rosegger-Loden getragen, der aber allerdings einen schwarzen Stehkragen und fünf Verschlussknöpfe hat.

Der Rosegger-Janker neu aufgelegt

Das Steirische Heimatwerk nahm das Rosegger-Jahr 1993 zum Anlass, den gleichnamigen Janker, der bis dahin ein wenig in Vergessenheit geraten war, wieder salonfähig zu machen. Damals wurde er sowohl in traditioneller Form, als auch völlig neu interpretiert im klassischen Sakkoschnitt für Damen und Herren, wieder in verschiedenen Farbvariationen en vogue.

Den Rosegger-Janker erhalten Sie daher auch im Shop des Steirischen Heimatwerks.

Der Hype um den Rosegger-Janker und seinen Namensgeber

Ob Peter Rosegger wohl manchmal selbst etwas ungläubig in die Welt geschaut hat, angesichts des heute unvorstellbaren Rosegger-Kults, der ihn noch zu Lebzeiten ereilt hat? Wir wissen es nicht, aber wir wissen, dass Gaststätten, Schutzhäuser, Straßen und unzählige Produkte nach dem Dichter & Denker aus der Steiermark benannt wurden.

Peter Rosegger ging es aber zeitlebens nur um soziale Zielsetzungen, denn er profitierte nie persönlich von den Waren, sondern knüpfte die Hergabe seines Namens an bestimmte Konditionen. So ist es auch überliefert, dass er dem Lodenfabrikanten Kawann zwar die Genehmigung erteilte, seinen Namen für den Rosegger-Loden und die daraus gefertigten Rosegger-Janker zu verwenden, aber eine soziale Gegenleistung dafür forderte. Er verfügte nämlich, dass die ärmlichen Kinder der Waldheimat-Schule von diesem Fabrikanten kostenlos eingekleidet werden sollten.

Kein Geringerer als der bekannte österreichische Journalist Günther Nenning war es schließlich, der sogar ein Essay über den Rosegger-Janker schrieb. Geistreich, ja,  das war Peter Rosegger wahrlich. Den hervorragenden Dichter und Journalisten hätte es sicherlich gefreut, von so viel Achtung & Ehrerbietung zu hören.Der Rosegger-Janker ist aus schwarz-grün kariertem Lodenstoff & in der Steiermark heimisch. Peter Rosegger ist der berühmte Namensgeber. Heute gibt es die Trachtenjacke für Damen und Herren neu aufgelegt in mehreren Farbkombinationen. Hier mehr erfahren!

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