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Merkwürdige Bräuche zum Jahreswechsel

Ein neues Jahr und das alte Glück – Merkwürdige Bräuche zum Jahreswechsel

Jedes Jahr zum Jahreswechsel sind wir alle versucht, eine glückliche Zukunft „herbeizuzaubern“. Was muss dafür nicht alles herhalten, Glücksschweine, Glücksklee und Schornsteinfeger sind da noch die harmloseren Varianten. Wir können es aber auch mit Eistauchen (brrrrrr!), Glückstrauben (mhmmmm!), Pudding (guuuuut!) und roter Unterwäsche (oh la la!) versuchen.

Entdecken Sie hier ein paar merkwürdige Bräuche zum Jahreswechsel aus anderen europäischen Ländern.

Bräuche zum JahreswechselGodt Nytâr! & Onnellista Uutta Vuotta

Die Dänen sollen ja bekanntlich die glücklichsten Menschen der Welt sein. Insofern muss es ja helfen, das Stühlehopsen in Dänemark. Auf alle Fälle scheint es den Dänen Glück zu bringen, wenn sie synchron um Mitternacht mit Stühlen ins Neue Jahr hopsen. Vielleicht sollten wir es auch einmal probieren – oder?

In Schweden dagegen setzt man auf kulinarische Highlights. Dort wird zu Weihnachten und in der Silvesternacht ein cremiger Milchreis oder Pudding verspeist, in dem wiederum eine Mandel versteckt ist. Diese sollte aber auch keinen Fall verschluckt werden, denn sie steht für Reichtum & Glück im Neuen Jahr. Probieren wir’s?

Die Finnen stehen auf groß, denn ihnen genügt unser Mini-Bleigießen scheinbar nicht. Dort müssen es Hufeisen sein, die sie über einem offenen Feuer schmelzen und dann ins Wasser gekippt werden. Wer ein Pferd oder eine Stiefel-Form „erkippt“, geht wahrscheinlich schon bald auf Reisen, während ein kaputter Ring eine Trennung symbolisiert.

Es Guets Neus Johr!

…das rufen uns die Schweizer zu. Dabei scheint es ihnen nicht zu genügen, kleine Marzipanschweinchen fürs große Glück zu verschenken, sie setzen auf das Glücksschwein-Wettrennen in Klosters. In diesem Bergdorf findet am Neujahrstag das sogenannte Hotschrennen statt.

Zehn kleine Ferkel werden um den Titel des Glücksschweins ins Rennen geschickt. Dafür hat man sie wochenlang vorher trainiert, damit sie sich ja nicht vom Ziel ablenken lassen und etwaige Hindernisse geschickt umgehen.

Man könnte fast meinen, „Schwein gehabt“, wenn eines der rosa Ferkel der Schnupfen plagt, denn, als wäre das alles noch nicht genug, müssen sich die Zehn auch noch in farbige Jacken zwängen lassen. Einerseits, um sie unterscheiden zu können, und andererseits, um die Gaudi auf die Spitze zu treiben, bei der sich die Zuschauer mit Kirschlikör, dem Röteli, vergnügen.

Gullukkig Niuw Jaar!

Wer jetzt denkt, Neujahrstauchen in Holland bedeutet einmal rein, einmal raus, und die eisigen Fluten der Nordsee sind Vergangenheit, der irrt. Das auch an norddeutschen Küsten übliche Neujahrsschwimmen hat an Den Haags Strand im Stadtteil Scheveningen ziemliche Ausmaße angenommen. Sage & schreibe mehr als 10.000 Holländer mit einigen unerschrockenen Touristen im Schlepptau wagen auch bei Minusgraden den Schritt in das kalte Nass. Es ist doch gut, dass sie wenigstens nicht auf Badekleidung, Handschuhe und eine orangefarbene Wollmütze verzichten – oder?

Buon Capodanno!

Hilfe, der Mann brennt! – diesen Hilfeschrei können Sie in Italien hören!
Eigentlich ist es ein unschöner Name, mit dem die schöne Stadt Bologna im Volksmund betitelt wird – la grassa – die Fette! Wie kam’s? Nun, in der Silvesternacht wird hier erst einmal ausgiebig im Kreise der Familie gegessen.

Dabei scheuen sich die Italiener nicht davor, fette Fleischwurst, verfeinert mit Muskatnuss, Zimt oder Gewürznelke und/oder Schweinsfuß mit Linsen zu genießen. Dieses Ritual soll angeblich dafür sorgen, dass den Familien im neuen Jahr niemals das Geld ausgeht. Aber der (Aber-)Glaube geht noch weiter, denn genauso wie die Spanier glauben auch die Italiener daran, dass das Tragen roter Unterwäsche Glück verheißt.

So verführerisch gekleidet trifft man sich um 24 Uhr rund um die mittelalterliche Piazza Maggiore, um im „Rogo del Vecchione“ einen überdimensionalen Strohmann anzuzünden. Wer jetzt fragt: Warum einen Mann? Der Gleichberechtigung wegen wird in den Schaltjahren eine Frau verbrannt!

Ein Ritual, mit dem die negativen Energien des alten Jahres vertrieben werden sollen, und das hoffentlich auch hilft!

Feliz Ano Nuevo!

Noch ein Blick nach Spanien in die alte Nacht, nochevieja genannt. Wenn von der Turmuhr des Hauptpostamtes auf dem Platz Puerta del Sol im Herzen von Madrid um Mitternacht zwölf Glockenschläge ertönen, dann sind alle Spanier mehr oder weniger vor Fernsehapparaten oder auf öffentlichen Plätzen vor großen Video-Leinwänden versammelt.  Im Takt der zwölf Turmuhrschläge werden 12 Trauben vernascht.

Wer dabei zu spät kommt, den verlässt das Glück im nächsten Jahr, denn dieses Ritual soll vor allem Glück bringen. Natürlich hat auch der Kommerz ein wenig seine Hand im Spiel, denn die zwölf „uvas de la suerte, die Weintrauben des Glücks, gibt es abgezählt in Plastiktütchen oder in kleinen Konservendosen zu kaufen.

Skurrile Bräuche zu Silvester

Wem die vorangegangenen Rituale zu Silvester noch nicht crazy genug sind, hier haben wir noch etwas aus der Kategorie „Besonders skurril“:

Polnische Single-Frauen erhoffen sich zu Silvester, wenn sie Mohn in ihre Schuhe lassen, dass die Zahl der Verehrer sprunghaft in die Höhe schnellt.

Der „first footer“, der erste Besucher im neuen Jahr in Schottland, also in der Neujahrsnacht, bringt Kohle, Brot, eine Münze und natürlich Whiskey mit, um Glück zu wünschen. Ist dieser „First footer“ etwa klein und dunkelhaarig, soll er besonders viel Glück verheißen, ist er dagegen groß und blond, soll er dem Unglück zugetan sein, denn es waren einst die Wikinger, die dieses wirklich ins Land brachten.

In Dänemark wird an Silvester statt Whiskey Aquavit getrunken, und die Franzosen begrüßen das neue Jahr natürlich ganz stilvoll mit Champagner, Gänseleber und Austern – die französische Art de vivre lässt grüßen!

Wer es dann doch wieder etwas größer, spektakulärer mag an Silvester – auf den wartet das größte Lichterspektakel Großbritanniens, das am Riesenrad London Eye stattfindet.

In Russland wiederum, geht es ganz familiär zu, denn die ganze Familie versammelt sich um den Tannenbaum und lässt es sich so richtig gut schmecken.

Ganz anders wieder die Griechen – die lieben das Neujahrszocken – und bleiben entweder zu Hause oder gehen ins Casino. Ein alter tschechischer Brauch besagt übrigens, dass die Zukunft aus dem Kernhaus eines Apfels gelesen wird – man muss nur dran glauben, oder?

Weil sie ein wenig wie Münzen aussehen, deshalb sollen Linsen in den Südstaaten der USA viel Glück und Geld bringen.

„Wenn’s denn hilft…“ möchte man fast den Bulgaren zurufen, denn bei ihnen rangiert der Schmerz an erster Stelle – und dann kommen die guten Wünsche! Die Bulgaren sind es gewohnt, sich zu Neujahr mit einem Ast auf den Rücken zu schlagen.

Und in Österreich? Hier ist es feste Silvestertradition – Gnä’ Frau, darf ich bitten? – zu sagen und schwungvoll mit dem Donauwalzer ins neue Jahr zu tanzen.

Egal, wo Sie Ihr Glück im nächsten Neuen Jahr auch immer suchen, vielleicht sogar einmal ganz woanders auf dieser Welt, das hält uns aber nicht davon ab, Ihnen schon mal ein „gutes Neues Jahr“ zu wünschen!

Bild: photocrew – Fotolia

Merkwürdige Bräuche zu Silvester und Neujahr aus Dänemark, Schweden, Finnland, Holland, Italien, der Schweiz und einigen mehr. Lustiges Brauchtum zum Jahreswechsel aus Europa.

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