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Lucia-Tag – Lichterfest im Winter

Der Lucia-Tag – etwas ganz Besonderes!

Lucia – was für ein Name, oder? Es ist also kein Wunder, dass dieser Dame ein ganzer Tag gewidmet wurde. Aber wer steckt dahinter? Welche Persönlichkeit hat diesem Tag ihren schönen Namen gegeben? Begeben wir uns auf klassische Spurensuche…

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Lucia mit Lichterkrone

Woher kommt er, der Lucia-Tag?

Sicher, viele von uns haben schon etwas vom Lucia-Tag gehört, aber regional betraf das oftmals die Schweden. Dass dieses schöne Fest auch zünftig in Tirol, Oberösterreich, Ungarn oder Oberbayern gefeiert wird, ist den Wenigsten bekannt, aber dazu nachher mehr.

Wo hat es aber seinen Ursprung? Lucia von Syrakus, die Patronin des Augenlichts, Märtyrerin und geweihte Jungfrau, zählt nach wie vor zu den beliebten Heiligen. Um ihr Leben ranken sich wenige Legenden, es kann aber mit ziemlicher Sicherheit gesagt werden, dass sie von ca. 284 bis 303 nach Christus lebte. Der 13. Dezember ist „ihr“ Tag, denn dann ist die Wintersonnenwende nach dem Julianischen Kalender.

Wird den Riten der katholischen Kirche gefolgt, so wird dieser Tag als Gedenktag der Heiligen Luzia begangen, denn ihr Name wird von Licht, lateinisch auch Lux, abgeleitet. Der Lucia-Tag ist also ein Tag, an dem zwei unterschiedliche Vorstellungen aufeinander treffen. Ein triftiger Grund, ihn gebührend zu feiern, oder?

Andere Länder – andere Bräuche

Es ist eine schöne Geste, dass am 13. Dezember, der auch als Mittwintertag in die Geschichte einging, eine schöne Kerze in die Tellermitte gestellt wurde, in dem Getreidekörner angesät waren. Ja, es wurde schon zu damaligen Zeiten orakelt, denn die Art, wie die Saat bis Weihnachten gedieh und am Schein der Kerze war es möglich, Orakel abzuleiten.

Eine Erklärung mehr, warum die Heilige Lucia mit alten Lichterbräuchen in Verbindung gebracht wird. Das Lucia-Fest wird aber nicht nur in Schweden ausgiebig gefeiert. In Finnland, Norwegen und bei den dänischen Südschleswigern ist es genauso beliebt wie in anderen Regionen, wo vergleichbare Bräuche ihre Heimstatt haben.

Jedoch ist es sehr schwer, exakt zu rekonstruieren, wie aus der Tradition der älteren Sonnenwendfeiern das heute bekannte Lucia-Fest entstanden ist. Apropos andere Regionen, in diesem Kontext sei besonders auf das Frankenjura und das Lechrain-Gebiet, aber auch auf Ungarn, wo die Tradition dieses Festes seit dem Jahre 1990 eine Wiederbelebung erfahren hat, verwiesen.

Die oberbayerische Stadt Fürstenfeldbruck belebte nach dem Zweiten Weltkrieg das Lucien-Häuschen-Schwimmen, ein Lichterschwimmen und eine mittelalterliche Tradition, und selbst Katalonien steht nicht hinten an, denn hier gibt es seit dem Jahre 1951 die „Nacht der heiligen Lucia“, die Nit de Santa Llúcia, ein beeindruckendes literarisches Fest, bei dem die wichtigsten katalanischen Literaturpreise verliehen werden.

Der Lucia-Tag – lecker essen & traditionsbewusst feiern

In Schweden macht am 13. Dezember ein traditionelles Safrangebäck mit Namen „Lussekatter“ die Runde.

Lussekatt

Lussekatt – traditionelles Safrangebäck

Obwohl der Tradition nach ein Heiligenfest, ist in Schweden eine kirchliche Prägung kaum wahrnehmbar. Hier geht es in erster Linie darum, die wichtigsten Elemente zu präsentieren, denn, was wäre das Lucia-Fest ohne das Tragen von weißen Kerzen und Gewändern?

Auch das gemeinschaftliche Singen von Lucia-Liedern und die Wahl zur „Lucia“, der örtlichen Lichterkönigin, stehen im Fokus. Diese Tradition ist übrigens auf das Jahr 1927 zurückzuführen, dem Jahr, in dem von einer Stockholmer Zeitung das erste Mal eine „Lucia“ gewählt wurde.

Last but not least wird auch in Tirol und anderen bayerischen-österreichischen Regionen das Lucia-Fest mit Süßigkeiten begangen. Hier wird durch „Lucia“ teilweise die Rolle des Nikolauses übernommen, allerdings gibt es hier eine Besonderheit, denn da Lucia eine Vertreterin des weiblichen Geschlechts ist, werden auch nur die Mädchen beschenkt. Die Jungen werden dann vom traditionellen Nikolaus bedacht.

Das Lucia-Fest – ein Highlight in der dunklen Jahreszeit

Aber auch die dunkle, unheimliche Seite ist Lucia nicht fremd. So gibt es deutschsprachige Regionen, in denen offenbart sich der düstere Charakter von Lucia: in der Oberpfalz zieht sie es vor, als „Luzier“ verkleidet, kleinen Kindern den Bauch aufschneiden zu wollen und ihn dann mit Steinen zu füllen.

Und auch Bayern kann ein Lied von ihrer schrecklichen Seite singen, denn hier erschien sie einst als eine buckelige Hexe verkleidet und suchte eine Schale mit Gedärmen und Blut. Was für eine Horror-Vorstellung, oder?

Wie dem auch sei, das Lucia-Fest wird allerorten geliebt. Auch wenn die Heilige Lucia ihr Leben als Märtyrin beendete, im Lucia-Fest lebt sie weiter.

Das weiße Gewand, das Zeichen ihrer Jungfräulichkeit, sowie das rote Band, stellvertretend für das Martyrium, setzen Zeichen und erinnern an sie: die Unermüdliche, die zu ihren Lebzeiten einen Kerzenkranz auf dem Kopfe trug, um mit freien Händen heimlich Lebensmittel an Bedürftige zu verteilen …

Bild: Claudia Gründer , Jonas Bergsten –  Wikimedia Commons

Nicht nur in Schweden wir der Lucia-Tag mit Festen begangen! Entdecke hier die unterschiedlichen Bräuche.

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