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Kapruner Festtagstracht

Kapruner FesttrachtÖsterreich ist reich an regionalen Trachten und in den vergangenen Jahren haben auch mehrere Orte in Erinnerung an die alten Volkstrachten Ortstrachten entwickelt, wie beispielsweise das Filzmooser Dirndl oder die Lavamünder Sonntagstracht.

Auch in Kaprun, im Salzburger Pinzgau gelegen, haben zwei umtriebige Damen – Waltraud Flatscher und Edith Egger – gemeinsam mit dem Salzburger Heimatwerk die Kapruner Festtagstracht entwickelt.

Kapruner Festtagstracht – Vielfalt in der Einheit

Bis vor wenigen Jahrzehnten war Kaprun noch ein kleines Bergbauerndorf mit nur wenigen Gehöften.

Kapruner FestdirndlDarum ist es nicht weiter verwunderlich, dass für Kaprun keine ortstypische Tracht existiert hat. Denn erst in den letzten Jahrzehnten ist Kaprun zu dem aufgestiegen, was es heute ist: ein florierender Fremdenverkehrs- und Wirtschaftstandort.

Die Grundlage für das Kapruner Festtagsdirndl ist ein Dirndl aus der ersten Salzburger Trachtenmappe von 1935, die eine Tracht aus dem Pinzgau, dargestellt vom „Modenzeichner“ Ignaz Cevela, zeigt.

Kapruner Festtracht – so sieht sie aus

Das Oberteil wird im typischen Miederschnitt mit tiefem Dekolleté gefertigt, der Brustlatz des Schnürmieders verläuft spitz in die Taille und wird in allen Farbtönen von Rot, Blau oder Grün empfohlen, eine Reminiszenz an die drei im ausgehenden 18. Jahrhundert dominierenden Trachtenfarben im Pinzgau.  Das Mieder sollte in Kontrastfarbe zum Brustlatz stehen, dabei sind jedoch grundsätzlich alle Farbstellungen möglich.

Tracht Kapruner FesttagstrachtDen Brustlatz ziert eine zum Stoff passende Silber- oder Goldborte bzw. eine Zierstickerei.
Diese Form des Schnürmieders mit Borte am Miederlatz erinnert an die in Salzburg allgemein üblichen Mode des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Die Miederschnürung mit Haken oder Ösen wird dazu passend abgestimmt.

Eine versetzte Schulternaht und drei Teilungsnähte am Rücken können heute als typisch für den Pinzgau gesehen werden. Die Einfassungs- und Teilungsnähte werden passepoiliert.

Der Rock kann in unterschiedlichen Längen, in allen Farben und in allen Faltenverarbeitungen wie Stehfalten, Legfalten oder Faltenpartien gearbeitet werden, Röcke in Faltenplissee können eine reizvolle Variante sein.

Kapruner FesttrachtDie Schürze für diese festliche Tracht wird, passend zu Rock und Mieder aus Seidentaft, Handdruckseide oder Seidenbrokat angefertigt, bei Trauerfeierlichkeiten wird anstatt der bunten Schürze eine schwarze Seidenschürze getragen.

Die Bluse sollte, dem festlichen Charakter entsprechend aus feiner Baumwoll-, Leinen- oder Seidenwebe gefertigt werden. Handgezogene Stehfalten, Doppelwellen, Smoke oder Faltenverzierung, Bunt- bzw. Kreuzstickerei oder Modeldruck an Arm und Ausschnitt sind nur einige Techniken, um der Bluse die nötige Festlichkeit zu geben. Ob der Ausschnitt tiefer oder höher angesetzt wird, ob Kurz- Dreiviertel, Lang- oder Schiebearm, dies bleibt der Vorstellung und dem Geschmack der Trägerin der Kapruner Festtracht überlassen.

Das Schulter- bzw. Halstuch aus Seide ist ein wiederbelebtes Novum in der Pinzgauer Trachtenlandschaft. Wird zu den Pinzgauer Festtrachten allgemein gerne das schwarze „Flörl“ getragen, ist es begrüßenswert, wenn zur Kapruner Festtagstracht wie auf der historischen Abbildung von 1935 wieder ein Schultertuch mit oder ohne Fransen oder auch nur ein kleines Halstücherl als schmückendes Accessoire getragen wird.

Das Kapruner Wappen mit Falken und Doppelblitz gehört zum Selbstverständnis der Kapruner Bevölkerung und gibt auch ihrer neuen Tracht eine unverkennbare Note. Nicht aufdringlich und derb, sondern elegant, nobel und zurückhaltend soll das Wappen in gedeckter Farbe in feiner Konturenstickerei wahlweise am Schultertuch oder an der Schürze eingearbeitet werden.

Die Accessoires wie Schmuck, Schuhe, Strümpfe, Hut können der Tracht einen ungemein positiven Touch geben. Hier kann die Trägerin aber auf ihren Typ, Geschmack und ihren Charakter eingehen.

Die Stoffe sollen, den Festtrachten entsprechend aus edlen Materialien wie Seide, Brokat, Wolle bzw. feiner Blusenwebe sein.

Quelle: Hans Köhl – Salzburger Heimatwerk, Waltraud Flatscher

Kapruner Festtracht

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