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Innsbrucker Festtracht

Die Innsbrucker Festtracht und ihr Aussehen

Innsbrucker FesttrachtDie Tiroler Hauptstadt hat eine Festtracht, die auf den ersten Blick ähnlich anderen Tiroler Trachten ist, aber doch einige unverkennbare Besonderheiten aufweist.

Für Kittl und Leib werden Wollstoffe verwendet, in die ein Blümchenmuster eingewebt ist. Kostbarere Modelle können am Oberteil auch aus Halbseide sein.

Wie bei vielen Trachten aus der Region wird der Vorderteil mit einem Latz verschlossen, ist mit einer aufwendigen Samtband-Verzierung gearbeitet und mit einem hochwertigen Trachtenband eingefaßt. Eine schmale Goldborte dient als zusätzlicher Schmuck.

Den Leib ziert darüber hinaus vorne noch eine besondere Stickerei, für die man aus vier verschiedenen Motiven auswählen kann:

  • Nelke,
  • Tulpe,
  • Granatapfel oder
  • Sonnenblume stehen zur Wahl.

Am Rücken ist der Leib V-förmig und auch überaus aufwendig gestaltet.

Innsbrucker Festtracht RückenDer schwarze Wollrock ist in Stehfalten oder Plissee gearbeitet und hat ein zum Oberteil passendes Kittlblech.

Bei der Schürze gibt es zwei Varianten zur Auswahl: Einerseits können Sie einen einfärbigen blauen Wollstoff wählen oder, wenn Sie es etwas edler lieber mögen, entscheiden Sie sich für eine Halbseidenschürze mit Streublümchen in Blau. Die dritte Möglichkeit der Schürze ist für die hochfestliche Tracht oder für die Trauertracht, denn hier wird eine schwarze Halb- oder Reinseidenschürze getragen.

Dazu wird eine Trachtenbluse mit einer fein geklöppelten Spitze, ein Trachtenschuh und weiße Stutzen getragen.

Traditionell gehört zu der Tracht auch ein Flörl, das mit einem leichten Knoten fächerförmig in das Mieder gesteckt wird.

Warum hat die Innsbrucker Festtracht diese vier Stickmotive?

Nelken, Tulpe und Granatapfel waren früher seltene Pflanzen und besonders der Granatapfel wurde von Kaiser Maximilian als Zierornament verwendet.

Der Leiter des Tiroler Volkskundemuseums Karl C. Berger beschreibt den Eingang in die Tracht: „Kirche und Adel waren früher immer Vorbilder und wurden gerne nachgeahmt. Die Frucht selbst war dem Großteil der Bevölkerung unbekannt, hielt aber im 18. Jahrhundert Einzug in die Volkskultur und somit auch in die Tracht. Das Symbol wurde oft recht sinnentleert einfach als Verzierung verwendet.“

Der Experte schreibt die Verwendung der vier Motive auch Gertrud Pesendorfer zu, die von 1939 bis 1945 das Tiroler Volkskundemuseum leitete und sich – vom damaligen Regime gefördert – stark in der Trachtenerneuerung engagierte. „Warum letztendlich das heute noch verwendete Motivensemble von Pesendorfer und ihren Mitarbeiterinnen ausgewählt wurde, ist aufgrund der vorhandenen Quellen nicht mehr eindeutig feststellbar. Leider ließ Frau Pesendorfer kurz vor Kriegsende 1945 zahlreiche Unterlagen verbrennen.  Es wird aber wohl eine Kombination aus historischen Vorbildern, Geschmack und dergleichen gewesen sein“, meint Karl C. Berger.

Quelle: Christine Ehrenstraßer – Trachtenschneiderin, Karl C. Berger – Tiroler Volkskundemuseum

Die Innsbrucker Festtracht ist eine typische Tiroler Tracht. Erfahren Sie hier, welche vier Stickmotive es für den Latz gibt.

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