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Goaßlschnalzn

Was ist Goaßlschnalzn?

Goaßlschnalzen ist ein bayrisch-österreichischer Brauch.

Der Name wird von der Bezeichnung für die Fuhrmannspeitsche abgeleitet. Diese heißt Geißel – im bayrischen Dialekt „Goaßl“ oder auch Goißl, Gaßl.

Schnalzen bezeichnet das laute und schnelle Knallen mit der Geißel.

Früher wurde von den Fuhrleuten bei der Einfahrt in den Ort – und auch bei anderen Gelegenheiten – mit dieser Peitsche geknallt. Damit sich die einzelnen Fuhrleute von den anderen abheben konnten, erfanden sie immer spezifischere Knallfolgen. So entstanden im Lauf der Zeit richtige Erkennungsmelodien.

Die verschiedenen Schlagarten beim Goaßlschnalzn

  • Vorhandschlag
  • Rückhandschlag
  • Doppelschlag
  • Triangel

Die Fuhrleute entwickelten eine beachtliche Geschicklichkeit und übten auch in ihrer Freizeit. Zur Erzeugung des Knalls gehören nicht nur Kraft und Energie, sondern auch Eleganz und Musikalität. Wer viel schnalzt, braucht zudem Ausdauer.

Da heute die Waren mit LKWs gebracht werden und dafür auch keine Peitsche mehr benötigt wird, hat sich das Goaßlschnalzen durch die Wettbewerbe zu einem beliebten Brauchtum entwickelt. Es wird von vielen Vereinen gepflegt, die sich im Preisschnalzen miteinander messen.

So gibt es sogar bayrische Meisterschaften! Diese gingen aus dem traditionellen Miesbacher Goaßlschnalzen hervor.

Im Rupertiwinkel und angrenzenden Salzburger Flachgau findet um Fasching das Aperschnalzen statt.
Beim Wolfauslassen im Bayerischen Wald wird ebenfalls mit einer Peitsche geknallt, die jedoch deutlich größer ist als eine Fuhrmannspeitsche.
In Bad Tölz bildet den Abschluss der berühmten Leonhardifahrt das Leonhardidreschen (Goaßlschnalzen) in der Tölzer Marktstraße.

Quelle: St. Johanner Fuhrmann Goaßlschnalzer, Bild: Goaßlschnalzer Niederaschau

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