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Auszier

Auszier oder Ausputz?

Die Auszier oder der Ausputz – wer mag diese Begriffe nicht? Versteckt sich dahinter doch alles, was Trachten an Bändern, Schnüren, Spitzen, Rüschen und Stickereien so schmückt.

Bemüht man ein wenig die Geschichte, so weiß man, dass die Auszier oder der Ausputz früher auch als Galanterie- oder Putzwaren bezeichnet wurde. Dirndlrüschen gelten als das kleine Tüpfelchen auf dem i, und der Begriff Auszier symbolisiert eine Vielzahl an kleinen, hübschen Details, die aber, wie so manch kleine Dinge, eine große Wirkung haben.

Wo befindet sich die Auszier?

Aber wo ziert die Auszier? Sie wird direkt auf das Trachtengewand aufgearbeitet. Mit der individuellen Auszier wird jeder Tracht ihre ganz besondere Note gegeben. Es ist aber auch durchaus möglich, dass sie durch zusätzliche Musterlegetechniken und Kombinationen mit angefertigten Rüschenformen oder Perlenverzierungen in veränderter Form verarbeitet wird.

Über den Ausputz hinaus, werden aber auch Kopfbedeckungen, Taschen, Schmuckstücke, Westen, Umhänge und natürlich Schuhe zum Dirndl getragen.

Und noch eines wird mittels Auszier oder Ausputz deutlich – die regionalen Unterschiede bei den verschiedenen Trachten. Dabei spielt sie sogar eine bestimmende Rolle.

Als eines der besten Beispiele gilt die typische Hohlfaltenrüsche bei der Tracht des Oberen Murtals. Aber auch so manche regionale Art der Auszier hat sich bereits einen eigenen Namen gemacht. In diesem Zusammenhang fällt oft der Name der Henndorfer Rüsche. Diese, verspielt und dekorativ zugleich, stellt eine Besonderheit dar. Auch als Rosenrüsche bekannt, kann sie ein- oder zweifarbig verarbeitet werden. Überhaupt steht die Auszier, Stich für Stich, als Wert für eine steigernde Veredelung.

Verschiedene Rüschen als Auszier

Apropos Rüschen, auch Dachrüsche, Herzrüsche oder die Froschgoscherl geben sich bei der Auszier ein kreatives Stelldichein. Allesamt handgefertigte Borten, tragen zum Gelingen der zünftigen Tracht bei. Unterstützung bekommen sie dabei noch von Rosmarinrüsche, Windradrüsche und Zurkerl – wobei es, wie so oft, auf den kleinen, feinen Unterschied ankommt.

Während die Dachrüsche regelrecht zum Experimentieren einlädt, denn die Faltenrichtung kann geändert werden, punktet die Herzrüsche mit ihrer großen Vielseitigkeit. Übrigens verdankt sie ihren wohlklingenden Namen natürlich ihrer herzigen Form, die uns an ineinander gestapelte Herzen erinnern möchte.

Ganz anders die Dachrüsche, ihre Grundform ergibt Dächer oder Dreiecke, die in eine Richtung weisen – und da war doch noch etwas mit dem Experimentieren? Diese Rüsche kann, je nach Lust & Laune, ihre Faltenrichtung ändern – bei ihr sind der individuellen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Das eine Mal können die Falten auch unterschiedlich zur Mitte hin genäht werden, während das andere Mal lustig mit Dach- und Rosenrüschen gemischt wird.

Auch die Rosmarinrüsche ist eine handgefertigte Auszier an Trachten und lässt ihre Spitzen – übrigens wie die Dachrüsche – in eine Richtung zeigen, aber auch hier macht’s der Unterschied. Bei dieser schönen Rüsche ergeben sich, je nach Tiefe & Abstand der Falten, andere Zweige. Sie macht ihrem Namen alle Ehre, wenn die Falten beispielsweise eng liegen – dann erinnert sie stark an dünne Rosmarinnadeln.

Eine besondere Schönheit begegnet uns in der Windradrüsche, auch einer handgefertigten Borte an Trachtenkleidern. Sie weiß sich übrigens auch geschickt zu tarnen, denn sie begegnet uns auch als Faltenrüsche oder Stiefmütterchen. Ihr Name ergibt sich natürlich aus ihrer ungewöhnlichen Form, denn bei der Windradrüsche springen mehrfach gestapelte Falten auf, und erinnern an die Form eines Windrads. In jedem Fall gehört diese extravagante Rüsche zu den kunstvolleren und kann, genauso wie die Dachrüsche, zu den kombinierten Rüschenarten gezählt werden.

Eine besondere Art der Auszier bei Dirndln, die besonders im Burgenland verbreitet ist, sind die Zurkerl.

Zurkerl sind nichts anderes als eine Abwandlung der Serviettenzacke – sie werden aus einem Stoffquadrat, welches Eck auf Eck gefaltet, dann ineinander geschoben und abgesteppt wird, gefertigt. Thematisch zählen die Zurkerl zu den Zacken und Einzelbesätzen bei den Trachtenborten, und sie können, ganz nach Belieben, kombiniert oder nebeneinander angeordnet werden.

Bild: Dorelies Hofer Photography

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