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Ebenseer Fetzenumzug

Ein Höhepunkt des Faschings im Salzkammergut ist der Ebenseer Fetzenumzug am Faschingmontag

Ebenseer Fetzenumzug

Mit dem Fasching wird im Salzkammergut nicht nur der letzte Höhepunkt des Winterbrauchtums eingeläutet, mit dieser Tradition werden die bösen Dämonen vertrieben und man erbittet Fruchtbarkeit und reiche Ernte.

Die Tradition des Faschings geht bis auf die Keltenzeit zurück.

Kaum anderswo in Oberösterreich wird der Fasching so intensiv gefeiert wie in Ebensee, denn es gab dort sogar 1733 eine „Faschingdienstagsrevolte”, als die Salinenverwaltung den bis dahin freien Faschingdienstagnachmittag abschaffen wollte. Man wollte lieber streiken und einen offenen Konflikt mit den Vorgesetzten in Kauf nehmen, als auf den Fasching zu verzichten.

Vor etwa 120 Jahren entwickelte sich dann ein Faschingsbrauch, der sehr ungewöhnlich ist: der Ebenseer Fetzenumzug am Rosenmontag.

Woher kommt der Name für den Ebenseer Fetzenumzug?

Der Name „Fetzen” stammt noch aus einer Zeit, als arme Leute nur ein einziges Sonntagsgewand besaßen. Um dieses zu schonen, zogen sie lieber alte Kleidungsstücke an, die sie bei Bedarf durch Stoffflecken ausbesserten – wodurch immer buntere und „fetzigere” Mäntel und Jacken entstanden. Auch die Ebenseer „Fetzen” wollen nicht erkannt werden und verkleiden sich daher mit kunstvoll geschnitzten Holzlarven.

Und auf dem Kopf werden möglichst auffällige Kopfbedeckungen getragen. Einfallsreichtum und Fantasie sind hier gefragt. So ein Hut kann entweder aus ei­nem alten, nor­ma­len Hut bestehen, aus einem extra hergestellten Hutgerüst, oder aus etwas, der die gleiche Funktion ausübt, wie beispielsweise einem alten Lam­pen­schirm.

Die Teilnehmer verstellen sogar die Stimme und das aus gutem Grund: So können sie unerkannt und ausgelassen die ungeschminkte Wahrheit sagen und alles kritisieren, was sie während des Jahres berührt oder gestört hat – das sogenannte „Austadeln”.

Die Ausgelassenheit und überschwängliche Vergnüglichkeit der Teilnehmer beim Ebenseer Fetzenumzug setzt sich nach dem gut zweistündigen Marsch ins Zentrum Ebensees in den Wirtshäusern fort. Bis weit in den frühen Morgen hinein wird gegrölt, getanzt und gelacht. Das ganze Dorf befindet sich in einem fesselnden Rausch, einer Art Ausnahmezustand, der selbst am Morgen des Faschingsdienstages noch anzuhalten scheint. Längst nicht alle Fetzen haben nämlich den Weg zurück in die heimischen vier Wände gefunden.

Wer die „fünfte Jahreszeit” im Salzkammergut so richtig auskosten will, braucht nämlich auch ein bisschen Kondition. Und wird dafür mit vielen unvergesslichen Eindrücken und so manch neuer Bekanntschaft belohnt.

Der Ebenseer Fetzenumzug ist mittlerweile legendär und hat bereits Kultstatus erreicht, denn er wurde 2011 sogar als immaterielles UNESCO Kulturerbe ausgezeichnet.

Das Fetzen-Lied

„Faschingtag, Faschingtag, kimm na bald wieda; wann ma koan Geld nit haben, haun ma di nieda. Hutzn, Fetzn, Lempn auf und nieda, hin und her alles fahrt nach Ebensee.”

Hier gibt es Informationen wann und wo der Ebenseer Fetzenumzug stattfindet.

Quelle: www.im-salzkammergut.at, Bild: OÖ Werbung/Heilinger

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