Dirndlherz Dirndl – frech & mit Herz

Gabriela Urabl DirndlherzWenn man das Geschäft von Gabriela Urabl im 8. Wiener Gemeindebezirk betritt, ist man sogleich gefangen von ihrer quirligen Art. Die gebürtige Kärntnerin hat eine Ausbildung als Grafikdesignerin, wollte aber nicht nur Dinge am Computer entwerfen, sondern etwas, das man angreifen kann – so kam sie zum Dirndldesignen.

Seit 2010 mischt sie nun den Dirndlmarkt unter ihrem Label „Dirndlherz®. Unikatcouture mit Liebe. Aus Wien.“ mit ihren extravaganten und hochwertig produzierten Dirndln auf.

Dirndlherz® – aussergewöhnliche Dirndln mit Herz

Die Ursprungsidee hatte Gabriela Urabl vor mehr als 4 Jahren, als sie gemerkt hat, dass es in Wien keinen Dirndlkult gab, aber in Deutschland – vor allem in Süddeutschland sehr wohl. Denn dort sah man nicht nur bei den Oktoberfesten, sondern auch außerhalb der Wiesn Mädchen und Frauen im Alltag und auch im Job im Dirndl. Dass die Damen in Bayern ihr Dirndl auch noch „so cool mit Westernboots zum eher traditionellen Dirndl kombinierten“, hat die Designerin auf die Idee gebracht: „Ma, so was fehlt in Wien! Es ist ein witziges Kleidungsstück, man ist codiert damit und wenn zwei im Dirndl zusammenkommen, schaut es lustiger aus als zwei Damen im kleinen Schwarzen. Es ist poppiger und man hat einfach eine gute Figur! Egal ob breiter Hintern oder wenig Busen – das spielt überhaupt keine Rolle“.

Das Dirndl ist für sie kein austauschbares Kleidungsstück und etwas, das es nicht bei jeder großen Modekette gibt. Frau Urabl wollte Dirndln kreieren bei denen ihre Brand erkennbar ist und hat sich entschieden, sich dem Thema mutiger zu widmen.

„Ich war in Graz in der Kunstgewerbeschule, wo wir alle Abteilungen durchlaufen mussten. Damals hab ich mich für Grafikdesign entschieden, hab mich aber in der Modeklasse sehr viel aufgehalten, weil ich schon immer sehr modeaffin war. Meine Mama war Textildesignerin und Schneiderin und hat meine Schwester und mich immer sehr modisch eingekleidet.

Dirndl DirndlherzIch recherchiere Themen und Farben und dann „kommen die Stoffe zu mir“. So habe ich in der Zwischenzeit Stoffhändler gefunden, die mir und meinen Themen gerecht werden.
Und neuen bin ich immer auf der Spur. Ob in Holland, Amerika oder Japan – innovative Textilprints sollen es sein, denn ich liebe grafische und aussagekräftige Motive. Jene, die die Trägerin kennt, weil sie das eine oder andere Motiv gerade begleitet oder an eine Lebensphase erinnert.

Ich möchte Kleinauflagen und Unikatcouture herstellen und nicht 150 Stück eines Themas auflegen. Das Maximum sind im Moment 2 Stück von einer Größe, das sind 12-14 Dirndln von einem Design. Weil ich diese schrillen, eher grafischen Sachen liebe, ist mein aktuelles Lieblingsdirndl unter meinen Entwürfen das Comic-Dirndl, das für mich eine Reminiszenz an Andy Warhol oder Roy Lichtenstein ist. Ich mag aber auch meine verkitscht-romantischen Dirndln wie das Modell Alpenresli“, erzählt Gabriela Urabl im Interview. Und so ist bei ihren Dirndln auch erkennbar, dass es ein Dirndlherz Dirndl ist.

Gabriela Urabl steht ihre Frau in ihrem kleinen Geschäft auf der Lerchenfelder Straße in der Josefstadt und individuelle Beratung und Betreuung stehen bei ihr an oberster Stelle. Doch nicht nur im Geschäft mit angeschlossener Schneiderei erhalten Kundinnen das schnelle und perfekte Service ihrer nach Maß angepassten Schneiderkunst, sondern auch bei Bestellungen über ihren Webshop, wo Damen unkompliziert ihr Wunschdirndl bestellen können. Denn auch bei Internetkäufen tritt die Kärntnerin mit den Kundinnen in Kontakt: „Mir ist der persönliche Kontakt wichtig. Wenn bei einer Online-Bestellung die Maße der Kundin von der Konfektionsgröße abweichen, wird es auf ihre Maße angepasst – also ist es quasi ein Maßdirndl. Ich mag nicht anonym verkaufen und so bekomme ich auch von meinen Kundinnen regelmäßig Fotos in meinen Dirndln, was ich sehr schätze.“

Ein Dirndlherz Dirndl ist Dirndlpop, denn für die Designerin ist die Idee, dass das Dirndl einen Code hat. Einen traditioneller Schnitt, aber einen außergewöhnlichen Druck oder Muster soll es haben, dann ist es für sie lesbar und codierbar. Das bedeutet, wenn die Hundebesitzerin ein Dirndl mit lauter Hundeköpfen in Medaillons trägt, dann weiß man, sie ist Tierliebhaberin.

„Es soll einfach alles ein bissl schräger und poppiger sein, als es der Dirndlkult an sich erlauben würde. Das Wichtigste ist aber die Trägerin, denn die muss sich darin absolut authentisch fühlen, sonst wirkt sie verkleidet. Sie muss das mögen, das so zu tragen. Eine Puristin würde ich nie in ein Comicdirndl stecken, denn das passt nicht zu ihr“, erklärt Frau Urabl ihre Philosophie. So kombiniert sie auch DocMartens oder Chucks zu bestimmten Dirndln oder empfiehlt auch mal die Schürze wegzulassen und stattdessen einen Gürtel dazu zu tragen. Doch auch bei all ihren, vielleicht manchmal auch schrilleren Ideen mag sie eines nicht zum Dirndl: Plateaustilettos.

Und die Designerin selbst? Ihr erstes Dirndl war das klassische Kärntner Dirndl und auch jetzt trägt sie oft ein Dirndlkleid – sogar im Geschäft. Denn es ist für sie nicht nur sexy, sondern auch sehr speziell: „Es macht eine gute Figur, man hat eine andere Haltung und bewegt sich auch ganz anders. Das geht auch ohne High Heels! Und hoffentlich löst es einmal die Jeans ab, das tät ich mir wünschen. Es ist einfach fein, in einem Dirndl auch an einem Ort zu sein, der kein trachtiges Umfeld hat. Dann bist Du als Frau die Queen. „Schau her! Mi gibt’s a!“, signalisiert Frau damit. Es ist nicht feministisch, aber weiblich“, erzählt Gabriela Urabl zum Abschluss.

Ein Dirndlherz Dirndl wird in Österreich produziert und ist trotzdem nicht zu hochpreisig, denn die Designerin wünscht sich: „Meine Dirndlherz Dirndl sollen sich alle leisten können.“

Wir sind schon gespannt, welche ausgefallenen Dirndl als Nächstes kommen, denn das Thema für Herbst ist Zirkus und wir werden sicher wieder das eine oder andere Dirndl in einem unserer wöchentlichen Dirndl-Styles bringen.

Bildnachweis: Dirndlherz®, Günther Kubiza

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