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Die Goldhaube

Die Goldhaube ist ein prunkvolles Accessoire der Festtagstracht

GoldhaubeDer Begriff Goldhaube wird für verschiedene zu Trachten gehörigen Hauben von Frauen im Süden Deutschlands und in Österreich verwendet. Goldhauben wurden ab dem 17. Jahrhundert von den Bürgerinnen in den Städten getragen, später auch auf dem Land.

Charakteristisch sind die seidenen und goldenen eingewebten Fäden sowie Gold- und Paillettenstickerei. Seit der Biedermeierzeit gehört die Goldhaube zur Trachtenkultur. Die bekannteste Haube in Österreich ist die Linzer Goldhaube.

In Reiseschilderungen erwähnt Ignaz de Luca 1782 erstmals diese Haubenform. Ab 1805 wird sie überall in Oberösterreich und in Teilen des angrenzenden Bundeslandes Salzburg getragen.

Usprung der Goldhaube

Joseph Reiner Bildnis einer jungen Frau mit Goldhaube 1892Den Ursprung hat die Linzer Goldhaube nicht wie ihr Name vermuten lässt in Linz, sondern im Krems-, Steyr- und Almtal. Denn die bekanntesten und in vielen zeitgemäßen Porträts bezeugten Trägerinnen der Goldhaubentracht waren die Frauen der Sensengewerken, des Industrieadels der Zeit an der Wende des 18. und 19. Jhdt.

Natürlich sind die oberösterreichischen Städte wie Wels und Steyr ebenso beteiligt an der Entwicklung und Verbreitung der Haube, die nicht nur nach Linz sondern auch nach Passau benannt ist. Goldhauben gibt es in verschiedenen regionalen Ausprägungen, so z. B. die Passauer Haube, die Münchner Riegelhaube, die Reginahaube und die Radhaube, die Linzer Goldhaube, Wachauer „Brettlhaube“ und viele andere.

Das Aussterben der Trachten im 19. Jahrhundert brachte die meisten Goldhauben an den Rand der Vergessenheit. Heute werden sie im Zuge der Trachtenerneuerungsbewegungen wieder gepflegt und getragen und ihre Herstellung in Kursen gelehrt. Wegen des hohen Arbeitsaufwands und der entsprechend hohen Kosten werden sie fast ausschließlich in Eigenarbeit gefertigt. In eigens gebildeten Ortsgruppen wird das alte Wissen um die Herstellung weitergegeben.

Herstellung der Goldhaube

Goldhaube EntstehungEine Goldhaube zu sticken ist filigranes Handwerk und fantasievolle Kunst in einem. Die Stickerin braucht nicht nur Vorstellungskraft, Präzision und Fingerfertigkeit, sondern vor allem auch Ausdauer. Denn wer sich eine vollbestickte, nicht überbürdende Haube vorgenommen hat, muss sich auf etwa 400 Arbeitsstunden einstellen. Soll die Musterung aufwändiger sein, kommen auch gut und gerne 700 Stunden zusammen.

Die Arbeit ist ohne Zweifel mühevoll, aber sie ist auch lohnenswert. Denn am Ende hält die Stickerin eine Kostbarkeit in Händen, deren ideeller Wert die Materialkosten (zwischen 700 und 900 Euro) um ein Vielfaches übersteigt. Das Grundgerüst einer Goldhaube bildet ein Drahtgestell. Darauf wird rundherum das bestickte Goldband befestigt, der Hauptbestandteil des kunstvollen Kopfschmuckes.

Vor allem in der Wachau, in Oberösterreich und in Salzburg werden die Prunkstücke heutzutage wieder von Frauen an hohen kirchlichen Festtagen getragen. Es gibt mittlerweile einige Museen, die auch Goldhauben ausstellen:

Niely Hoetsch GoldreifenDie moderne Version der Goldhaube

Passioniert von der Wachauer Trachten-Tradition hat Niely Hoetsch sich erlaubt, dazu passend eine moderne Interpretation der Goldhaube zu wagen. Sie hat dafür leichtere Formen entworfen, die sie mit wertvoller Spitze und alten Goldborten verarbeitet.  Daraus sind Niely Hoetschs „Goldreifen” entstanden. Die Reifen sind sorgsam und mühevoll gefertigt, in einer Technik, die Niely von ihrer Oma erlernt hat.

Diese neuen Modelle sind wesentlich leichter als die traditionellen Goldhauben und fast schon alltagstauglich.

Quellen: Wikipedia, goldhaube.at, goldhauben.net

Bildnachweis: Dirndl Fotografie BrandNiely Hoetsch – Maria Tsakiri – Photography

Eine moderne Version der traditionellen Goldhaube hat Niely Hoetsch entworfen.

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4 Kommentare
  1. Helga Weixelbaumer
  2. Monika Schlager

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