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Das große Lederhosen-ABC

Das große Lederhosen ABC

Es gibt kaum ein Kleidungsstück, das einen Mann so männlich macht wie eine Lederhose. Unser Lederhosen-ABC soll Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Begriffe geben.

Von Arschnaht bis Zwickel im Lederhosen-ABC

A wie Arschnaht

Die Arschnaht zeigt die Herkunft der Kniebundhose.  Im Bereich Ostbayern, dem Salzburger Raum, Tirol und Oberösterreich wird sie oft als Tellernaht ausgeführt, wohingegen im Allgäu, der Steiermark und Kärnten diese Naht meist senkrecht verläuft.

B wie Bündel

Als Bündel oder Bürsel wird der zwei bis drei Zentimeter breite Streifen bezeichnet, der die kurze Lederhose knapp über dem Knie abschließt. Lederhosen ohne Bündel können auch kürzer geschnitten sein.

C wie Charivari

Das Charivari ist kein Muss, aber ein schönes Accessoire – sofern es keine billige Nachahmung ist. Denn ein echtes Charivari hat manchmal sogar den Wert eines Kleinwagens und wird über die Jahre gesammelt. Es ist quasi das Bettelarmband der Tracht.

D wie Dachauer Lederhose

Die Dachauer Lederhose ist eine lange Lederhose mit eng geschnittenen Beinen, die an den Fesseln gebunden wurden. In Dachau war nämlich eine Stiefeltracht verbreitet. Dies war auch wegen der schweren Winter und der Moorlandschaft nötig. Es gibt heute nur noch wenige Manufakturen, die diese Lederhose herstellen. Im virtuellen Lederhosenmuseum können Sie eine alte Dachauer Lederhose sehen.

E wie Eichenlaubstickerei

Die Eichenlaubstickerei ist neben der Weinlaubstickerei eine der bekanntesten Stickvarianten für die Lederhose. Der Stick kann in Beige, Gelb, Hell- oder Dunkelgrün sein und ist bei einer hochwertigen Lederhose immer von Hand gemacht.

F wie Federkielstickerei

Die Federkielstickerei ist ein jahrhundertealtes Handwerk, dessen Name sich vom verwendeten Stickmaterial ableitet. In kunstvoller Handarbeit werden Gürtel, Taschen und Geldbörsen bestickt. In der Tracht bekannt ist der Federkielranzen, der zur Geldaufbewahrung diente.

G wie Gerbung

Als Gerben bezeichnet man die Verarbeitung von rohen Tierhäuten zu Leder. Die richtige Gerbung ist für eine gute Lederhose wichtig, denn sie sollte nicht chemisch sondern sämisch gegerbt sein.

H wie Hosenträger

Hosenträger sind kein Muss, können aber zur Lederhose getragen werden. In manchen Regionen sind gerade die Hosenträger etwas ganz Besonderes zur Tracht. Beispielsweise im Werdenfelser Land werden die Hosenträger von der Braut für ihren Zukünftigen bestickt.

I wie Irch

Irch oder auch irchvēl, irchvel, irchfēl ist mittelhochdeutsch für Bocksleder, das oftmals auch weiß gegerbt wurde.

J wie Janker

Janker sind ein wesentlicher Bestandteil der Tracht und man versteht darunter landläufig eine hüftlange Jacke aus gewalkter Schafwolle, die an den Kanten farblich abgesetzt ist. Die Knöpfe sind aus Horn oder Metall. Sehr bekannt ist der Walkjanker oder auch der Kalmuck Janker.

K wie Kurze

Die Lederhose gibt es in der Trachtenwelt im Wesentlichen in zwei Längen: Eine Kurze und eine Knickerbocker. Die dritte Variante – die lange Lederhose – wird in den weniger verbreiteten Stiefeltrachten wie der Gailtaler Männertracht getragen. Die beliebteste Lederhose unserer Leser ist übrigens die Kurze.

L wie Latz

Der Latz auch Hosenlatz oder Hosentürl genannt ist bei den Lederhosen bestickt und geht vermutlich auf die sogenannte Schamkapsel zurück.

M wie Männlichkeit

Mit der Tracht unterstreicht jeder Mann seine Männlichkeit. Trachten stehen für Tradition und Heimatverbundenheit und Frauen mögen Männer, die sich der Heimat verbunden fühlen, weil sie dadurch auch eine gewisse Zuverlässigkeit ausstrahlen.

N wie Nicker

Nicker oder Feitel wird das Jagdmesser genannt, für das es bei jeder Lederhose eine eigene Tasche zur Aufbewahrung gibt. Der Schaft ist aus Gams- oder Hirschhorn. Damit Sie nicht bewaffnet auf ein Trachtenfest gehen und vielleicht am Türsteher nicht vorbeikommen, gibt es heute schon Zahnbürsten mit Hirschhornschaft als Ersatz.

O wie Oxidation

Bei der Sämischgerbung werden Fette und spezielle Öle mit gerbender Wirkung in die Tierhäute eingewalkt. Sobald die Häute mit dem Gerbstoff durchdrungen sind, erfolgt eine Oxidation der Öle, die dadurch ihre Gerbwirkung entfalten.

P wie Patina

Jede Lederhose braucht eine Patina. Die Gebrauchsspuren, die vom regelmässigen Tragen kommen, geben der Krachledernen erst den richtigen echten Charakter. Wenn Sie allerdings zu viele Flecken auf Ihrer Ledernen haben, finden Sie hier Tipps, wie Sie damit umgehen können.

Q wie Quersattel

Als Quersattel wird der Quersteg bei Hosenträgern bezeichnet, der die beiden Lederriemen verbindet, die der Länge nach getragen werden. Der Quersattel ist oft mit kunstvoll geschnitzten Motiven oder Stick verziert.

R wie Ranzen

Der Ranzen oder auch Geldkatze genannt ist in einigen Männertrachten ein wesentlicher Bestandteil. Er wird vielfach kunstvoll bestickt.

S wie Stutzen

Kein Wadl ohne Stutzen! Ein unerlässlicher Bestandteil zur Lederhose sind die richtigen Stutzen. Die schönsten Exemplare sind handgestrickt und weisen Motive auf, die wahre Geschichten erzählen.

T wie Tellernaht

Die Tellernaht zeigt, dass eine Kniebundhose aus Ostbayern, dem Salzburger Raum, Tirol und Oberösterreich kommt. Denn bei diesen Lederhosen wird die Naht tellerartig über das Gesäß geführt. Kurze Lederhosen mit Tellernaht sind selten. In der aktuellen Trachtenmode findet sich die Tellernaht häufig bei industriell gefertigten Kniebundlederhosen.

U wie Untertrittschlitz

Der Untertrittschlitz ist der Schlitz am Kniebund der Kniebundhose beziehungsweise am Hosenbein der kurzen Lederhose.

V wie Veloursleder

Veloursleder ist ein Sammelbegriff für Lederarten mit rauer Oberfläche.

W wie Waschen

Kann man eine Lederhose waschen? Die Antwort ist ja – nur sollten Sie das einem qualifizierten Betrieb überlassen, denn es ist auf jeden Fall ein Risiko.

X wie X-Beine

Selbst X-Beine sehen in einer Lederhose gut aus. Lederhose und Stutzen betonen Wadln und Po und lassen den Mann prächtig erscheinen.

Y wie Y-Chromosom

Heute dürfen nicht nur Menschen mit Y-Chromosom Lederhosen tragen, sondern auch Frauen. So hat das weibliche Geschlecht den großen Vorteil Dirndl und Lederhose anziehen zu können.

Z wie Zwickel

Der Zwickel ist ein rückwärts am Hosenbund angebrachter Einsatz, um die Lederhose mit einem Lederband in der Weite regulieren zu können. So wächst die Krachlederne mit, da man den Hosenbund um einige Zentimeter erweitern kann.

Dieses Video zeigt wie das Gerben für eine Lederhose funktioniert:

Bilder: Dirndlfotografie Brand

Das große Lederhosen-ABC: Von Arschnaht bis Zwickel

4 Kommentare
  1. Mia
  2. Mailin Dautel

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