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Brixentaler Antlassritt

AntlassrittAls Antlasstag wird normalerweise der Gründonnerstag bezeichnet.

Da jedoch Gründonnerstag und Fronleichnam thematisch verbunden sind, bekam der Fronleichnamstag in einigen Gegenden diesen Namen.

Das Wort „Antlaß” oder Antlass stammt vom mittelhochdeutschen Antlaz ab, das soviel bedeutet wie Ablass = Entlassen von der Buße.

Woher kommt der Brixentaler Antlassritt?

Die Herkunft dieses Brauchs ist ein wenig umstritten:

„Bis hierher und nicht weiter – kamen die Schwedischen Reiter 1643″

Noch heute erinnert dieser Spruch an der Kapelle beim Klausenbach, die auch Schwedenkapelle heißt, an den Dreißigjährigen Krieg. Es hat zwar Gefahr eines Schwedeneinfalls in Tirol gegeben, doch bis an die Stelle der Kapelle am Klausenbach kamen die Schweden allerdings nie.

Die Legende besagt aber, dass sehr wohl bewaffnete Reiter aus Kirchberg, Brixen und Westendorf mit einem Priester der Schwedenarmee entgegengestürmt wären und die Feinde zur Umkehr gezwungen worden wären.

Zum Dank für Gottes Hilfe habe man damals an der Stelle des Sieges eine Kapelle erbaut und das Gelübde der jährlichen Reiterprozession gemacht. Das Mittragen des Allerheiligsten machte vermutlich aus dem Reiterbrauch einen Fronleichnamsritt.

Der Historiker Anton Dörrer vermutete den Ursprung des Antlassrittes in einer uralten, rituellen germanischen Darstellung vom Sieg des Sommers über den Winter. Denn bei der Prozession wird auch ein Kastanienbaum als Ritual umritten.

Diese urspüngliche Bedeutung ist in Vergessenheit geraten und hat sich dann mit der Prozession zur Schwedenkappelle vermischt. Die Wurzeln des Brauchs reichen jedenfalls viel weiter zurück, denn schon in einer Quelle von 1655 wird von diesem „alten” Brauch berichtet.

Der Antlassritt heute

brixentaler antlassrittAuch heute wird dieser Brauch noch jährlich gepflegt. Frühmorgens am Fronleichnamstag werden die Pferde mit einem eigenen Geschirr geschmückt: „Die Pferde werden mit einem Schwanzschmuck, der aus Lärchenästen und selbstgezüchteten Antlassrosen gebunden wird, verziert”, erzählt Hans Aufschnaiter, der von Kindesbeinen an beim Antlassritt dabei ist.

Ab Mittag reiten dann fünf Bauern aus Klausen gemeinsam mit 30 weiteren Reitern aus ganz Kirchberg in Richtung Brixen im Thale, wo sich der Sammelplatz für die Hauptprozession befindet.

Um ca. 13.00 Uhr treffen Reiter aus dem Gemeinden Westendorf, Brixen i. Th. und Kirchberg i T. beim Widum im Brixen ein. Sie sind in Tracht gekleidet, in der Hand tragen einige eine Prozessionsfahne oder eine Fahne mit in den Farben des Landes Tirol bzw. der jeweiligen Gemeinde. In Brixen treffen sie mit den Dekan zusammen. Dieser steigt auf ein geschmücktes Pferd, in der Hand hält er das Allerheiligste. Unter Glöckengeläute beginnt der Antlassritt, wobei als erstes der Kastanienbaum im Dekanatshof umritten wird.

Innerhalb des Zuges herrscht eine strenge Rangordnung: Die Vorreiter sind immer Bauern aus Klausen. Gefolgt werden sie dann von der Familie Schiessl mit der Stöcklfahne aus Kirchberg, die dritte Reihe bilden Landwirte aus Spertendorf und Bockern. Dahinter reitet der Dekan und andere Pfarrer. Sie segnen mit dem Allerheiligsten die Zuseher.

Begleitet wird der Zug von Musikkapellen.

Nach der Prozession, die auf jeden Fall sehenswert ist, lassen die Teilnehmer den Tag gesellig ausklingen.

Quellen: wikipedia, www.sagen.at, www.brauchtumsseiten.de, kultur.tirol.at

Bild: Thomas Trinkl

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